CDU und FDP eröffnen die Arbeitszeitdebatte

Am 20.03.07 haben die Fraktionen von CDU und FDP einen gemeinsamen Antrag mit dem Titel „Gerechtere und flexiblere Lehrerarbeitszeiten schaffen!“ in den Landtag eingebracht.

In diesem Antrag wird das Mindener Modell deutlich favorisiert, wonach Arbeitszeitkonten für Lehrerinnen und Lehrer eingerichtet werden, obwohl dieses Modell in Minden erst zu Beginn des laufenden Schuljahres an einem Berufskolleg eingeführt und noch nicht evaluiert wurde.

Der VBE begrüßt zwar, dass sich inzwischen die Fraktionen von CDU und FDP mit der Arbeitszeit von Lehrern unter Berücksichtigung der Qualität von Unterricht, der Arbeitszufriedenheit und der Lehrergesundheit beschäftigen, kritisiert aber deutlich, dass für das Mindener Modell schon nach so kurzer Zeit eine Globalgenehmigung ausgestellt werden soll. Es wäre sinnvoller, die Erfahrungen mit dem Mindener Modell erst einmal abzuwarten und auszuwerten. Darüber hinaus handelt es sich bei diesem Modell um einen rein quantitativen Ansatz, der die Aspekte Lehrergesundheit und Qualität nicht in den Blick nimmt.

Der VBE hält es für fraglich, ob es überhaupt ein  generalisierendes Modell geben kann, das die Arbeit der Lehrer aller Schulformen erfasst.

Wenn die Fraktionen von CDU und FDP in ihrem Antrag erklären, dass neue Arbeitszeitmodelle nur im Konsens mit den Lehrerinnen und Lehrern möglich sind, stellt sich die Frage, wieso nun die Eile bei der Einbringung des Antrags der Regierungsfraktionen? Das sieht nach Festzurren und Faktenschaffen aus.

Der VBE hat bereits Ende des vergangenen Jahres die landesweite Umfrage QuAGiS an allen Schulformen zum Thema „Lehrerarbeitszeit“ unter der Berücksichtigung der Qualität schulischer Arbeit und der Lehrergesundheit durchgeführt. Dabei sollen aus Sicht des VBE für das Arbeitszeitmodell der Zukunft drei Größen entscheidend sein:

  1. Die Qualität schulischer Arbeit
  2. Die Gesamtarbeitszeit der Lehrerinnen und Lehrer, die sich an einem Jahresarbeitszeitmodell orientiert
  3. Die Gesundheit der Lehrerinnen und Lehrer

Die beiden Wissenschaftler Prof. Bernhard Sieland und Prof. Uwe Schaarschmidt arbeiten zur Zeit am Endbericht, der Vorschläge für Arbeitsmodelle enthalten wird, die diese Aspekte berücksichtigen werden.

Der VBE fordert die Landtagsfraktionen der CDU und FDP daher auf, diese Ergebnisse abzuwarten und zu berücksichtigen. 

Die Ergebnisse der VBE-Untersuchung werden wir nach der Beratung in den Verbandsgremien demnächst an dieser Stelle (www.quagis.de) vorstellen.

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Lesen Sie dazu auch den unten stehenden VBE-Pressedienst "Neues Arbeitszeitmodell für Lehrer?"



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