Neues Arbeitszeitmodell für Lehrer?

VBE: Pläne der Mehrheitsfraktionen nicht zu Ende gedacht

„Der VBE begrüßt, dass sich die Fraktionen von CDU und FDP mit der Frage beschäftigen, wie die Lehrerarbeitszeit unter Berücksichtigung der Qualität von Unterricht, der Arbeitszufriedenheit und der Lehrergesundheit gerechter gestaltet werden kann“, erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW) anlässlich des heute im Landtag eingebrachten Antrags der beiden Fraktionen. „Sich allerdings zu diesem Zeitpunkt schon so stark auf ein bestimmtes Arbeitszeitmodell zu fixieren, hält der VBE für falsch.“

Die beiden Fraktionen scheinen das an einem Mindener Berufskolleg eingeführte Arbeitszeitmodell zu bevorzugen, nach dem Arbeitszeitkonten für Lehrerinnen und Lehrer eingerichtet werden. Dieses Modell wurde dort zu Beginn des laufenden Schuljahres eingeführt. Der VBE kritisiert, dass für dieses Modell schon nach so kurzer Zeit eine Globalgenehmigung ausgestellt werden soll. Die Fraktionen bekunden wohl ihre Offenheit auch für andere Modelle. Sie erwecken aber mit dem Hinweis auf die zu erteilende Globalgenehmigung den Eindruck, das Mindener Modell zu bevorzugen.

„Noch liegen keine auswertbaren Erfahrungen vor“, so Beckmann weiter. „Es wäre sinnvoller, diese erst einmal abzuwarten und auszuwerten. Darüber hinaus handelt es sich bei diesem Modell um einen rein quantitativen Ansatz, der die Aspekte Lehrergesundheit und Qualität nicht in den Blick nimmt. “

Die Fraktionen erklären darüber hinaus in ihrem Antrag, neue Arbeitszeitmodelle könnten nur im Konsens mit den beschäftigten Lehrerinnen und Lehrern eingeführt werden. Das sieht der VBE genauso.

„Allerdings ist für uns nicht nachvollziehbar, warum dann für die Einführung eines neuen Arbeitszeitmodells an einer Schule die Zustimmung des Schulleiters und mehrheitlich des Lehrerrates genügen soll“, so Beckmann abschließend.

„Nach Auffassung des VBE ist dafür die Zustimmung aller Beteiligten unverzichtbar.“

Der VBE hat Ende des vergangenen Jahres eine landesweite Umfrage an allen Schulformen zum Thema „Lehrerarbeitszeit“ unter der Berücksichtigung der Qualität schulischer Arbeit und der Lehrergesundheit durchführen lassen. Die beauftragten Wissenschaftler werden den entsprechenden Abschlussbericht sowie ihre Ableitungen für die Gestaltung von Arbeitszeitmodellen noch vor den Sommerferien vorlegen. Der VBE wird darüber in einen offenen Dialog eintreten. Wir werden auch sicherstellen, dass die von den Wissenschaftlern vorgeschlagenen Arbeitszeitmodelle in der Umsetzung wissenschaftlich begleitet werden.

Dortmund, 28.03.2007 - VBE Pressedienst PD 17-07



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