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06.07.2011
Anhörung im Schulausschuss am 06.07 Juli

QuAGiS

Am 06. Juli 2011 fand im Landtag NRW im Rahmen der Schulausschusssitzung eine Anhörung zum Thema Lehrerarbeitszeitmodelle statt. Der VBE hst die Eckpunkte des Arbeitszeitmodells, das von Prof. Schaarschmidt und Prof. Sieland im Auftrag des VBE NRW erarbeitet wurde, vorgestellt.

Darstellung (pdf-Datei): Ein zukunftsweisendes Arbeitszeitmodell  für die Schulen in Nordrhein-Westfalen


Lesen Sie auch nachfolgend die dazugehörige Presse
mitteilung PM 34/11 des VBE NRW vom 06.07.2011:

VBE legt Eckpunkte für modernes Arbeitszeitmodell vor
Zur heutigen Anhörung im Schulausschuss

„Die Arbeitszeit von Lehrerinnen und Lehrern wird immer noch nach einem Modell aus dem 19. Jahrhundert organisiert“, erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft VBE NRW. „Dem setzt der VBE Eckpunkte für ein zukunftsfähiges Arbeitszeitmodell entgegen“.

Aus Sicht des VBE müssen für ein zukunftsfähiges Arbeitszeitmodell folgende Grundsätze gelten:
1. Es muss die Qualität der pädagogischen Arbeit gewährleisten.
2. Es muss die Gesundheit der Lehrkräfte im Blick haben.
3. Die Eigenverantwortung der Schulen muss gestärkt werden
4. Die Voraussetzungen für die Kooperation in den Kollegien müssen verbessert werden.
5. Die Arbeitszeit der Lehrkräfte muss der Jahresarbeitszeit des Öffentlichen Dienstes entsprechen.

Dies entspricht der Aussage im Koalitionsvertrag „Wir wollen gute Arbeit sichern, indem wir die Arbeitswelt humanisieren. Die Belastungen in der Arbeitswelt verändern sich. Psychische Belastungen nehmen zu. Beschäftigungsfähigkeit kann nur durch gesunde, humane Arbeitsbedingungen gesichert werden“.

Das zurzeit gültige Lehrerarbeitszeitmodell stammt aus dem 19. Jahrhundert. Seine zentrale Orientierungsgröße für die Festlegung der Lehrerarbeitszeit ist bis heute die je nach Schulform unterschiedlich hohe Pflichtzahl der zu erteilenden Unterrichtsstunden. Weil diese als Orientierungsgröße gilt und die anderen anfallenden Aufgaben nicht detailliert ausgewiesen bzw. berechnet werden, wird die Pflichtstundenzahl unter Spardruck auch gerne mal erhöht bzw. werden beliebig neue Aufgaben bei gleich bleibender Unterrichtsverpflichtung hinzugefügt. Deshalb liegt die Jahresarbeitszeit der Lehrkräfte derzeit deutlich über der des öffentlichen Dienstes.

Die Ergebnisse der Erhebung der Wissenschaftler Schaarschmidt und Sieland im Jahr 2005 haben dazu geführt, dass das vom VBE vorgeschlagene Arbeitszeitmodell folgende zentrale Eckpunkte enthält:
1. Die Unterrichtsverpflichtung umfasst 19 Zeitstunden à 60 Minuten bzw. 25 Unterrichtsstunden (45 Min.).
2. Das Verhältnis von Vor- und Nachbereitungszeit entspricht etwa 1:1
3. Für weitere pädagogische Aufgaben sind etwa 8 Zeitstunden pro Woche anzusetzen (u. a. Beratung, Kooperation, Konferenzen etc.).
4. Es müssen räumliche und sächliche Voraussetzungen geschaffen werden, die den Lehrkräften einen Wechsel zwischen Unterricht, Vor- und Nachbereitung, Beratung und anderen pädagogischen Tätigkeiten in der Schule ermöglichen.
5. Es wird vorgeschlagen, Unterrichtsblöcke von mindestens 60 Minuten zu schaffen.
6. Die Jahresarbeitszeit entspricht der Jahresarbeitszeit des Öffentlichen Dienstes von 1.804 Stunden. Die Letzte Woche in den Sommerferien wird mit 33 Stunden auf die Jahresarbeitszeit angerechnet.

„Wir appellieren an die Landesregierung, sich nicht auf das so genannte Mindener Modell zu fixieren“, so Beckmann abschließend. „Wir möchten erreichen, dass unterschiedliche Modelle zugelassen, wissenschaftlich begleitet und evaluiert werden, damit ein Vergleich möglich ist. Der VBE ist bereit, hierzu mit der Landesregierung in Gespräche einzutreten und eine wissenschaftliche Begleitung seines Arbeitszeitmodells sicherzustellen.“

 


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